Wiege oder Trage?

Wiege oder Trage?

Glückwunsch! Du hast ein kleines Wunder zur Welt gebracht, das dich als seine nährende Mama ausgewählt hat.

Du hast vielleicht schon Kinder, und trotzdem bist du wieder einmal eine brandneue Mama, die sich liebevoll um ihr kleines Baby, das gerade die Wärme und Behaglichkeit ihres Bauches verlassen hat, kümmert. Ohne irgendeine Vorwarnung ist es plötzlich aus der warmen Umarmung gelöst worden und kann sich frei bewegen. Fremde Menschen halten es und es ist umgeben von lauten Stimmen und ungewohnten Gerüchen. Es wird gewiegt, angestoßen, gestupst und erlebt neue Empfindungen wie Wärme, Kälte und helle Lichter. Es werden ihm Sachen angezogen, die nicht natürlich für es sind und es hatte noch keine Zeit, sich an all dies zu gewöhnen. Es ist alles sehr beängstigend.

Der Alptraum endet abrupt, wenn du es aufnimmst und alles auf der Welt erscheint richtig. Während der ersten Tage erinnert dein Geruch das Baby an das Fruchtwasser, das es im Mutterleib umgeben hat; das Gefühl deines Herzschlags gegen seinen Körper hilft ihm, seine unregelmäßige Atmung anzupassen. Es hört die bekannten Geräusche deines Körpers und spürt die sanften Berührungen deiner Lippen. Es ist bereits mit den Bakterien deiner Haut vertraut, da es Antikörper über die Plazenta aufgenommen hat. Zusammen mit deiner Muttermilch ist es gut vor allen äußerlichen Bakterien geschützt. Jedoch ist es immer noch unglaublich verletzlich.

Die einzige Art, mit all dem Neuen fertig zu werden, ist zu schreien. Der Überlebensmechanismus hat es gelehrt, dass jedes Mal, wenn du es verlässt, sein Weinen dich wieder direkt zurück zu ihm bringt, um es zu beschützen und sich um es zu kümmern.

Dein Schoß ist sein neues Zuhause; deine Brüste sind eine Quelle des Schutzes und der Nahrung und deine Stimme ist ein sicherer Hafen, den er aus seiner Zeit im Bauch wiedererkennt.

Also, brauchst du wirklich eine Wiege?

Jede Mama hat einmal gesagt, „es ist während des Stillens eingeschlafen, aber jedes Mal, wenn ich es in Kinderbettchen lege, fängt es an, zu weinen und will saugen.“

Dein Baby ist sehr intelligent. Es ist wichtig, das zu wissen:

  1. Das bedeutet nicht, dass du nicht genug Muttermilch hast oder es nicht satt war. Im Gegenteil, es trinkt sehr gut und weiß, dass es gut für ihn ist, so dass es mehr von deiner Muttermilch möchte.
  2. Babys bewegen sich alle 30 Minuten zwischen leichten und tiefen Schlafphasen.
  3. Wenn dein Baby Saugbewegungen macht, verbunden mit einem Suchreflex, bedeutet das nicht, dass es dich als Schnuller benutzen möchte. Dies sind erste Anzeichen, dass dein Baby mit dem Stillen fertig ist und bald in eine tiefe Schlafphase fallen wird.
  4. Du verwöhnst dein Baby nicht, wenn du es an deiner Brust einschlafen lässt. Kinder müssen einige Sprachfähigkeiten entwickeln, bevor sie verwöhnt werden können, und das Weinen ist nur der Überlebensmechanismus deines Babys.
  5. Es spielt für das Baby keine Rolle, ob die Wiege 50€ oder 5000€ gekostet hat; sie ist nicht du. Es ist ein fremder Ort und zu Beginn wird es ihm nicht gefallen.

Also, was kannst du tun?

  • Berührung – keine Menge an Kontakt ist zu viel. Es gibt eine große Anzahl an Tragetüchern und Tragen auf dem Markt, also kannst du beide Hände frei haben, während du dich immer noch um dein Baby kümmerst.
  • Stillen nach Bedarf – lerne, die ersten Anzeichen von Hunger bei deinem Baby wahrzunehmen; der Versuch seine Hand an den Mund zu führen, sein Köpfchen neigen, nach der Brust suchen und Sauggeräusche. Falls dein Baby weint, ist es ein Zeichen dafür, dass es schon großen Hunger hat. Lasse dabei aber nicht aus den Augen, dass auch du einen Bedarf hast! Wenn deine Brüste zu sehr spannen, darfst du dein Baby auch mal wecken, damit es trinkt und dir damit hilft.
  • Effizienter Milchfluss – lasse deine Hebamme oder eine zertifizierte Stillberaterin das Stillen anschauen. Sie kann gut erkennen, ob alles prima läuft, dein Baby gut angelegt ist und effektiv an deiner Brust saugt. Somit können Problem mit dem Milchfluss auch schon im Keim erstickt werden.
  • Tiefer Schlaf in bekannter Umgebung – halte dein Baby, nachdem du es gestillt hast, noch für ein paar Minuten im Arm, bis es die Tiefschlafphase erreicht hat. Lege es z.B. auf ein T-Shirt, das du getragen hast, so dass es von deinem Geruch umgeben ist. Auf jeden Fall sollte dein Baby im Elternschlafzimmer im eigenen Bett schlafen. Es würde noch nicht verstehen, warum es allein in seinem eigenen Zimmer schlafen muss – das macht ihm Angst.
  • Keine Handschuhe - die Hände des Babys sind seine Freunde schon bereits seit dem Mutterleib. Falls du siehst, dass es sich selbst kratzt, kannst du eine kleine Menge Muttermilch auf die Kratzer geben und ein weiteres Beispiel der Heilungseigenschaften von Muttermilch sehen. Die Hände der Babys sorgen auch für Wohlgefühl und jedes Mal, wenn es dich berührt, steigern sich deine Milchproduktionshormone. Es braucht seine Hände, um seine Umgebung, dich oder sich selbst zu erkunden. Handschuhe stören da nur.
  • Sorge für Routine - falls du und dein Baby das Haus verlassen müssen, mache es. Aber behalte die Routine, die du Zuhause hast, bei: achte auf die ersten Anzeichen von Hunger und vermeide, dass Fremde deinen kleinen Schatz halten oder ungefragt anfassen.
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