Flaschenfütterung

Flaschenfütterung

Wenn Du nicht stillst…

Zu allererst: Du bist keine schlechte Mutter, wenn du nicht oder nur teilweise stillst!

Manchmal erfordern es Situationen, dass man sein Baby nicht oder nur teilweise stillt. Dies kann z.B. sein, wenn man ein Frühgeborenes hat und die abgepumpte Muttermilch nicht ausreicht, medizinische Indikationen, die das Stillen unmöglich machen, der frühe Wiedereinstig in den Beruf oder auch ganz einfach, wenn man nicht stillen möchte. Wichtig dabei ist, dass man beraten wurde und weiß, dass Muttermilch die normale Säuglingsnahrung ist, die in ihrer Zusammensetzung eine optimale körperliche und geistige Entwicklung der Babys gewährleistet. Muttermilchersatznahrung ist eine hilfreiche Alternative für alle Fälle, wo Muttermilch nicht zum Einsatz kommt. Aber man sollte eben auch wissen, dass sie der Muttermilch nicht gleicht – wir sprechen hier von einer „Entwicklung innerhalb der Norm“. Wenn es Dir also möglich ist, teilweise zu stillen und nur den Rest zuzufüttern, ist dies für Dein Baby von großer Bedeutung. Sollte es nicht möglich sein, so wird Dein Kind trotzdem geliebt und gesund aufwachsen!

Punkte, die auch beim Füttern mit der Flasche wichtig sind

Auch bei Babys, die mit der Flasche (egal ob mit Muttermilch oder Muttermilchersatznahrung) ernährt werden, ist es wichtig, auf ihre frühen Hungerzeichen zu achten und Signale der Sättigung wahrzunehmen. Bei der Flaschenfütterung ist die Wahrscheinlichkeit der Überfütterung größer, da man schnell mal „die ganze Flasche leergetrunken sehen will“. Auch bei der Flaschenfütterung solltest du dein Baby im Arm und mit Augenkontakt halten. Diese Nähe stärkt sein Urvertrauen und ist wichtig für die Entwicklung. Bitte lasse Dein Kind nicht seine Flasche allein halten. Auch ist es wichtig für die Entwicklung der Auge-Hand-Koordination regelmäßig die Seite beim Füttern zu wechseln. Berühre zu Beginn der Flaschenmahlzeit sanft den Mund deines Babys mit dem Sauger und lass es ihn allein einsaugen. Das ist das natürliche Saugverhalten der Babys und kann auch bei der Flasche umgesetzt werden. Das Loch des Flaschensaugers sollte kleinstmöglich gewählt werden, um eine gesunde Entwicklung der Mundmuskulatur zu gewährleisten, denn die angemessene Dauer einer Flaschenmahlzeit beträgt ca. 20-25min. Der Flaschensauger sollte dabei auch so weich und an der Basis so breit wie möglich sein, damit dein Baby den Mund weit öffnet und sein angeborenes wellenartiges Muster der Zunge beim Saugen ausüben kann.

Die Flaschenfütterung verführt natürlich dazu, Verwandte und Freunde ebenfalls dein Baby füttern zu lassen. Für das Urvertrauen und das Bonding ist es jedoch wichtig, die Flaschenfütterung möglichst durch die Mutter und den Vater allein durchzuführen oder aber maximal zwei Bezugspersonen mit einzubeziehen.

Pre, 1er, 2er?  – Durchblick im Dschungel der Muttermilchersatzprodukte

Volladaptierte Säuglingsmilch (Pre-Nahrung) kommt der Muttermilch in der Zusammensetzung der wichtigsten Nährstoffe, wie Fett, Eiweiß, Laktose. etc am nächsten. Diese Säuglingsmilch darf bis zum Ende der Flaschenernährung gefüttert werden. Sie ist eher dünnflüssig und daher nicht so sättigend wie Folgemilch. Füttern nach Bedarf ist aus diesem Grund möglich und wichtig. Hypoallergene Nahrung sollte nur eingesetzt werden, wenn in der engen Familie Allergien bekannt sind.

Folgemilch mit dem Zusatz 1er ist sämiger und sollte frühestens ab dem 4. Monat gegeben werden, wenn man es denn unbedingt möchte. Lediglich der Eiweißgehalt entspricht ungefähr dem der Muttermilch. Sie bekommt z.B. Saccharose und Stärke hinzu, was das Kind mehr sättigt. Dadurch steigt die Gefahr der Überernährung.

Folgemilch mit dem Zusatz 2er sollte frühesten ab dem 8. Monat gefüttert werden, da aufgrund des Eiweißgehalts die Gefahr einer Nierenüberlastung bei zu frühem Einsatz besteht. Sie steht der Kuhmilch am nächsten und bietet dem Kind keine nennenswerten Vorteile mehr. 2er Folgemilch deckt den Nährstoffbedarf eines Babys nicht und sollte ausschließlich in Zusammenhang mit eingeführter Beikost stehen.

Wird dein Baby also mit Muttermilchersatznahrung ernährt, kannst du also gut mit Pre-Nahrung auskommen.

Zum Einsatz von Spezialnahrung bei bestimmten Krankheiten berät dich dein Kinderarzt.

Zubereitung von Muttermilchersatznahrung

Bitte befolge stets die Angaben des Herstellers deiner gewählten Säuglingsmilch bei der Zubereitung!

Künstliche Säuglingsnahrung sollte immer frisch zubereitet werden. Dafür koche Wasser ab und lasse es auf ca. 50 Grad abkühlen, bevor du die entsprechende Pulvermenge hinzugibst. Achte hierbei unbedingt auf die Mengenempfehlung des Herstellers und experimentiere nicht mit einer höheren oder niedrigeren Dosierung. Du würdest damit den Nährstoffgehalt verändern, was unter Umständen deinem Baby schaden kann. Die Milch wird erst gefüttert, wenn sie auf ca. 37 Grad abgekühlt ist. Sollte dein Baby nicht alles trinken, darf die Milch nicht erneut bei der nächsten Mahlzeit erwärmt werden. Hier und auch beim längeren Transport bereits warmer und angerührter Milch vermehren sich Keime sehr schnell. 

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