Arbeiten + voll Stillen = Abpumpen

Arbeiten + voll Stillen = Abpumpen

Es ist nicht zu bestreiten – abpumpen ist harte Arbeit. Es fühlt sich erst einmal seltsam und weniger natürlich als das Stillen an. Ein ruhiges Eckchen auf der Arbeit zu finden, wo du ungestört abpumpen kannst, ist nicht immer einfach und nur der Gedanke an dein Baby kann schon dazu führen, dass deine Milch ausläuft, auch wenn du gerade um 11:00 Uhr Meeting mit deinem Chef sitzt.

Obwohl das Abpumpen auf der Arbeit nicht immer einfach ist, ist es möglich. Es wird weniger problematisch, wenn dein Baby einmal anfängt, feste Nahrung zu essen, da du nicht mehr so häufig stillen musst und sobald dein Baby ein Jahr alt ist, bleiben nur noch die Fütterungen am Morgen und in der Nacht. Von da an sollten die Dinge anfangen, einfacher zu laufen.

Um dir während der Anfangszeit, in der du wieder an deinen Arbeitsplatz zurückkehrst, zu helfen, haben wir einige Tipps über das Abpumpen und Stillen während der Arbeit gesammelt.

Das sind übrigens auch großartige allgemeingültige Tipps für jede Mama, die abpumpen möchte.

Du kannst mit dem Abpumpen zu jeder Zeit beginnen – einige Babys verlangen abgepumpte Muttermilch ab dem ersten Tag, während andere Babys erst damit anfangen, wenn ihre Mamas wieder arbeiten gehen.

Beginne Muttermilch abzupumpen und lagere sie für einige Tage im voraus im Gefrierschrank. Eine einsatzbereite Versorgung abgepumpter Muttermilch kann einen großen Unterschied machen: du wirst dich nicht gestresst fühlen, genug Milch für den Tag abzupumpen, du hast einen Vorrat, wenn du krank und erschöpft bist oder einfach eine Nacht frei haben möchtest. Mit einem Vorrat im Gefrierschrank bist du auf alles vorbereitet.

Wieder an die Arbeit – schaffe dir einen Vorrat an weißem Gold !

  1. Füge jedem Tag eine Abpumpsitzung hinzu. Du wirst feststellen, dass du morgens einen Überschuss an Muttermilch hast, der sich nachts im Schlaf angesammelt hat. Du kannst aber zu jedem Zeitpunkt abpumpen, der für dich am bequemsten ist. Wichtig ist, dass du an jedem Tag zum selben Zeitpunkt abpumpst, so dass sich dein Körper selbst auf den Bedarf einstellt (genauso wie er es tun würde, wenn du dein Baby stillst).
  2. Aller Anfang ist schwer. Beim ersten Mal fühlt sich das Abpumpen vielleicht an, als ob nichts herauskommt. Die gleiche Brust, die immer so voll ist, dass sie ausläuft, wenn dein Baby hungrig ist, scheint plötzlich leer zu sein. Auch wenn es wahr ist, dass keine Pumpe so effizient ist wie der Mund eines Babys, wird die Milch nach einigen Versuchen, anfangen zu fließen, und zwar jedes Mal wenn du abpumpst.
  3. Versuche eine Seite abzupumpen, während das Baby mit der anderen gestillt wird. Die Stimulation durch das Stillen des Babys wird dafür sorgen, dass mehr Milch durch die Pumpe kommt. Eine andere Idee ist, gleich nach dem Stillen abzupumpen; obwohl die Brust sehr weich ist, ist sie dennoch nie leer.
  4. Du solltest auch am Wochenende deinen Abpumpplan aufrechterhalten. Dies wird deinen Vorrat steigern und eine konstante Versorgung sichern.
  5. Stelle sicher, dass du eine Pumpe benutzt, die zu dir passt: die Größe des Aufsatzes sollte zu deiner Brustwarzengröße passen (nicht zu deiner Brustgröße – das spielt keine Rolle!) und du solltest wissen, wie du richtig damit umgehst und den optimalen Winkel kennen.

Lass dich von deiner Hebamme oder Stillberaterin zu Milchpumpen beraten. Der Markt ist vielfältig: Einzel- oder Doppelmilchpumpen, manuelle oder elektrische. Jede Pumpe ist für einen anderen Schwerpunkt gedacht. Möchtest du dich „nur ab und an mal“ mit deiner Freundin allein treffen, reicht wohl die Handmilchpumpe. Geht es aber um das effektive Vorräte anlegen für den Berufseinstieg, ist beispielsweise eine elektrische Doppelmilchpumpe sinnvoller. Gleichzeitig beidseitiges Abpumpen fördert die Hormonausschüttung und sorgt somit für einen effektiveren Milchfluss.

Aufbewahrung abgepumpter Muttermilch

Lies dazu den ausführlichen Artikel über das Aufbewahren abgepumpter Muttermilch. Kurz zusammengefasst: es wird empfohlen, die Muttermilch in dafür vorgesehene Muttermilchbeutel aufzubewahren (Hinweis: Handelsübliche Gefrierbeutel sind nicht vorsterilisiert und somit nicht für Muttermilch empfohlen. Bitte verwende auch keine Eiswürfelbeutel!).

Einige zusätzliche Hinweise wie man abgepumpte Muttermilch aufbewahrt:

  • Schreib dir auf jeden Muttermilchbeutel das Datum und die Menge an abgepumpter Muttermilch, die er enthält. Lege den Beutel in ein Körbchen in deinem Gefrierschrank mit der ältesten Muttermilch vorne oder oben und der Muttermilch, die du erst kürzlich abgepumpt hast, hinten oder unten. So wirst du, dein Partner oder die Betreuungsperson immer einen Beutel zur Hand haben, den sie auftauen und für dein Baby vorbereiten können. Indem du ein Körbchen benutzt, stellst du sicher, dass deine harte Arbeit nicht hinter gefrorenen Erbsen und Karotten verschwindet – jeder Tropfen zählt! Muttermilch gehört immer in den Gefrierschrank auf eine Ebene und niemals in die Schranktür – dort ist die Temperatur nicht stabil genug.
  • Lass die abgepumpte Muttermilch nach jeder Abpumpsitzung erst im Kühlschrank ruhen, bevor du sie in den Gefrierschrank legst. Du kannst die gleiche Flasche für mehrere Abpumpsitzungen über den Tag verteilt benutzen und dann alle Portionen zur selben Zeit einfrieren. Dazu bringe die Muttermilch verschiedener Abpumpvorgänge erst auf die gleiche Temperatur, bevor du sie zusammen füllst. Füge niemals frisch abgepumpte Muttermilch einer bereits eingefrorenen Portion hinzu!
  • Um eingefrorene Muttermilch aufzutauen, legst du den Beutel in eine Schüssel mit warmem Wasser; sie ist innerhalb weniger Minuten aufgetaut. Taue die Muttermilch niemals in der Mikrowelle auf und koche sie niemals auf. Dein Baby daran zu gewöhnen, Milch in Zimmertemperatur zu trinken, wird dein Leben einfacher machen, da es dir das Ärgernis des Wiederaufwärmens der Milch erspart oder das Aufrechterhalten der Temperatur, wenn du das Haus verlässt.
  • Falls dein Baby bei einer Tagesbetreuung ist oder den Tag im Haus einer Betreuungsperson verbringt, fülle deren Vorrat an gefrorener abgepumpter Muttermilch alle paar Tage auf. Nutze eine Kühlbox für den Transport.

Bei der Arbeit abpumpen

  • Das Mutterschutzgesetz gewährt stillenden Müttern Stillpausen für ihre Babys – alternativ kannst du in diesen Sonderpausen, die dir nicht von der Arbeitszeit abgezogen werden dürfen, auch Muttermilch abpumpen.
  • Während du abpumpst, betrachte ein Bild deines Babys und denke an alle schönen Momente, die du mit ihm verbracht hast. Das wird dafür sorgen, dass dein Hormonhaushalt in Schwung kommt und deine Milch viel schneller fließt.
  • Pumpe von beiden Brüsten gleichzeitig ab –das wird das Spannungsgefühl schnell lindern und es wird mehr Milch in weniger Zeit produziert. Gleichzeitig beidseitiges Pumpen ist effektiver und spart Zeit!
  • Pumpe volle 15 Minuten ab, auch wenn deine Milch nicht mehr fließt. Das wird helfen, eine antizipierte Milchmenge für die Zukunft zu schaffen. Du kannst die 15 Minuten so aufteilen, wie es für dich am bequemsten ist: 10 Minuten, kurze Pause, dann 5 weitere Minuten.
  • Sei vorbereitet: stelle sicher, dass du zusätzliche saubere Flaschen und einen sauberen Teller, auf den du deine Pumpe legen kannst, hast. Außerdem sind frische Stilleinlagen oft sehr nützlich, falls etwas Muttermilch nachtropft.
  • Für diese Zeit einen Minikühlschrank in deinem Büro zu haben, wäre großartig! Wenn nicht, lege die abgepumpte Muttermilch in einen verschlossenen Kühler und bewahre sie im Gemeinschaftskühlschrank auf.
  • Trinke den Tag über viel Wasser – auch wenn es mehr ist, als du es gewohnt bist. Halte eine Flasche bereit, während du abpumpst.
  • Im Büro abzupumpen kann stressig sein, versuche, dich zu entspannen. Höre Musik, zieh deine Schuhe aus, schließe deine Augen und denk nur an dein Baby – sein Lächeln, sein Geruch, seine Berührung. Denk daran, wie du in wenigen Stunden stillen und wieder mit deinem Baby verbunden sein wirst.

Das Wichtigste: Sei stolz auf das, was du tust!

Du stillst, arbeitest und achtest auf deine und die Gesundheit deines Babys.

Das Abpumpen dauert nicht lange, aber es ist die Mühe wert -  dadurch, dass du das tust, hältst du eine starke Stillroutine aufrecht, die lange anhalten wird.

Auch wenn es nicht so funktioniert wie du es dir gedacht hast und du es für zu schwierig hältst, fahre mit dem Stillen fort, wenn du mit deinem Baby zusammen bist und zu jeder Zeit, wenn es für dich möglich ist.

Mamas müssen viele verschiedene Rollen erfüllen neben dem Stillen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Mamas am Ende ihres offiziellen Mutterschutzes zur Arbeit zurückkehren müssen oder wollen. Diese Mamas können sehr stolz auf sich sein, eine arbeitende Mama vermittelt ihren Kindern den Wert der finanziellen Sicherheit und ist ein großartiges Beispiel einer vielschichtigen Frau mit einem Spektrum an Qualitäten und Fähigkeiten.

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